Aus dem Fitness-Studio Garten

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Die Blätter eines Ahornbaumes mit
Herbstfärbung.

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, sich die Kosten für ein Fitnessstudio zu sparen. Zum Beispiel in dem man seinen Balkon und seine Terrasse mit 20 bis 50 Kilogramm schweren Topfpflanzen vollstellt. Gestern durfte ich wieder meine Muskelkraft unter Beweis stellen. Der Winter naht. Einige Kübelpflanzen werden jetzt zu „Zugvögeln“, andere brauchen eine wärmere Garderobe. Doch der Reihe nach.

Meine Nachbarn kennen das schon. Wenn sie mich meine Muskeln kommandieren hören: »Heeebt *an!*«, wissen sie, Volker hantelt wieder mit seinen „Riesenbonsais“. Um diese Jahreszeit entwende ich ihnen die Topfuntersetzer um sie hernach gründlich abzuschrubben.

Auch die „Zugvögel“ unter den Pflanzen, also Pflanzen mit Migrationshintergrund, die sich noch nicht an unser „raues Klima“ gewöhnt haben, bleiben noch für zirka eine Woche draußen, bevor ich sie in den Wintergarten wuchte. Ich nenne das die „Abtropfphase“.

Sollte sich in einigen Pflanzentöpfen durch die vom vielen Regen ständig gefüllten Untersetzer doch etwas Staunässe gebildet haben, kann diese jetzt besser abfließen. Das erleichtert nicht nur den Transport der Pflanzen in den Wintergarten, es trägt auch dazu bei, den Schmutz beim Umzug in Grenzen zu halten.

Ein paar Worte zum Stichwort Staunässe: Alle Topfpflanzen die ich den „Unbilden“ der Natur aussetze, erhalten von mir eine Sonderbehandlung. Ihre „Futternäpfe“ statte ich mit einer „Drainage“ aus, die im Winter auch eine isolierende Funktion übernimmt. Bevor ich den Pflanzenkübel mit entsprechender Pflanzenerde fülle, lege ich den Topf mit verschieden großen Stücken aus Styropor aus. Die Stärke der Styropor-Schicht richtet sich in etwa an der Höhe des Untersetzers.

Pflanzen die sehr durstig sind, bekommen eine Drainage, die etwas unterhalb der Höhe des Untersetzers liegt, andere Pflanzen, besonders die, die zur Staunässe neigen, erhalten eine Styropor-Schicht, die etwas über der Höhe des Untersetzers liegt.

Zurück zum Krafttraining: Die Untersetzer zu entfernen war der erste Kraftmeierakt, der nächste folgt zugleich. Topfpflanzen die draußen überwintern einfach nackig auf den Boden abzustellen, ist wie Flip-Flops statt Winterstiefel. Die Winterstiefel auf ich die Pflanzenkübel stemme, sind in diesem Fall aus Holz. Ich benutze einfach Holzreste. Dabei schichte ich Bretter, zum Beispiel Rauspund (mindestens 20 Millimeter stark), sechs, bis acht Zentimeter hoch. Die Länge der Bretter sollte mindestens dem Durchmesser des Pflanzenkübels entsprechen.

Wozu der ganze Aufwand? Die Wurzeln der Pflanzen in Töpfen sind im Winter von allen Seiten dem Frost ausgesetzt. Durch die Styropor-Schicht in und die Holzschicht unter den Töpfen ist ein relativ guter Frostschutz in Richtung Boden gewährleistet. Sobald der erste Frost naht, werde ich den einzelnen Kübeln selbstverständlich noch einen „Wintermantel“ anlegen. Allerdings hoffe ich, dass das noch nicht so schnell nötig ist.

Das war´s für heute aus dem Fitness-Studio Garten. Sofern Ihr weitere „Trainingsbeispiele“ wünscht, lasst es mich wissen.