Zusam-men-hänge

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Eine angestrahlte Kirche in der
Nacht

Manchen Historikern, besonders den Freizeit-Experten unter ihnen, wird hin und ab unterstellt, sie würden sich die Geschichte zur Untermauerung ihrer Thesen zurechtlegen. Ich denke, dass den Hobby-Historikern mit dem Vorwurf Unrecht getan wird.

Ich glaube nämlich, dass Alles (regelmäßig) mit Allem zusammen(rum)hängt.

Ein Beispiel: Vor langer, langer Zeit, als ich noch kein Fahrrad mit einem Tachometer besaß, hat mir mal jemand weismachen wollen: Die längste Straße in Lügde ist die Friedrich-Wilhelm-Weber Straße. Doch wer Friedrich Wilhelm Weber war, konnte mir der Strecken-Fetischist nicht erklären. So ist das im Leben: Der Friedrich hat´s mit den Zahlen und der Wilhelm mit der Weber – Blödsinn – mit den Namen hat es der Wilhelm – mit den Namen.

Nun aber zu Friedrich Wilhelm Weber. Berühmt wurde er mit seinem Werk Dreizehnlinden.

[…] besitzt Dreizehnlinden eine Botschaft, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat: Die Botschaft der Überwindung von Zwietracht und Gewalt durch Toleranz und Nächstenliebe. […] In Dreizehnlinden verbinden sich so Heidentum und Christentum in gegenseitiger Toleranz und Achtung zu einem Werk der gelebten christlichen Liebe. […]

Ich höre schon die Leser grummeln: »Warum erzählt der das? Wo sind die Zusammenhänge?« – Na, ich wohne hier in der „längsten“ Straße! – Aber ich bin noch nicht fertig:

Wir waren bei den Dreizehnlinden. Im Kapitel „IV. Die Mette“, Strophe 20, thematisiert Friedrich Wilhelm Weber das Blutgericht von Verden. Der Überlieferung nach sollen dort im Jahr 782, auf Befehl Karls des Großen, an einem Tag 4.500 Menschen enthauptet worden sein.

War Karl der Große ein Gutmensch? Wohl kaum. Wenn man dann noch bedenkt, womit er seine „Heldentaten“ zuweilen rechtfertigte:

Als Karl 771 alleiniger König der Franken wurde, beschloß er, die Sachsenfrage ein für allemal zu beenden. Er verknüpfte die Unterwerfung mit der Annahme des christlichen Glaubens.

Zwei Jahre nach dem Blutgericht, im Jahr 784, soll Karl der Große hier in Lügde das Weihnachtsfest gefeiert haben.

Stimmt, das ist schon fast 1225 Jahre her, aber ich bin mir ziemlicher sicher, dass seine Feier nicht in der Friedrich-Wilhelm-Weber Straße stattgefunden hat.

Quellen:

de.wikipedia.org

projekt.gutenberg.de

www.ottonenzeit.de

PS Ich bin noch nicht durch damit…