Vom Spielen

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Eine Grafik mit dem Text – Du bist
dran!

Vor einigen Tagen wurde ich unvermittelt gefragt: »Was ist Kommunikation?« »Ein Spiel«, behauptete ich, wenngleich ich mir dabei nicht ganz sicher war.

Es waren zwei Gedanken, die zu meiner Antwort führten. Ich dachte zum einen an das Bloggen und an einige Kommentare, die ich jüngst gelesen habe.

Zum anderen erinnerte ich mich an das Kapitel „…über die Regeln, nach denen man unter Gebildeten kommuniziert…“ [1] in dem Buch „Bildung – Alles was man wissen muss“ von Dietrich Schwanitz. „Bildung ist nicht nur ein Ideal, ein Prozeß und ein Zustand, sondern auch ein soziales Spiel“ [2], lautet eine These von Dietrich Schwanitz in dem besagten Kapitel.

Grundlage des Spiels ist die Kommunikation. Eine sehr schlanke Version ist: Jemand stellt eine Frage, der nächste beantwortet sie. Frage, Antwort, Ende.

Es kann aber auch gewollt sein, die Kommunikation aufrecht zu erhalten – zu spielen. In dem Fall lautet die entscheidende Regel: Die korrekte Antwort beendet das Spiel.

Das heißt aber nicht, dass es es keine korrekte Antwort, Lösung geben darf. Wie beim „Mensch ärgere Dich nicht“, geht es primär um das Spiel. Übrigens, die oft (zu Unrecht) verpönten Gegenfragen zeugen hier nicht nur von Taktik und Strategie – sondern auch davon, spielen zu wollen.

Bei einer lebendigen Kommunikation geht es nicht darum zu gewinnen, sondern um das „Spielen“. Gut ist, wer gut spielt – ideen- und facettenreich. Hier wird nicht über Felder, sondern über Fragen und Themen hinweggehüpft.

An den vergangenen zwei Abenden war ich, der Party-Löwe schlechthin, den Einladungen zu Geburtstagsfeiern gefolgt. Feiern sind geradezu „Kommunikations-Meisterschafts-Spiele“.

Aber auch viele Blog-Beiträge sind solche Aufforderungen zum Spiel. Da stellt jemand ein Makro-Foto vom kleinen Zeiger einer Armbanduhr in den Beitrag und fragt seine Leser, was das denn nun sei.

Na, wenn ich derjenige wäre würde ich mir wünschen, dass meine Leser phantasievoll und kreativ darauf antworten: »Kunst allemal – richtig? Irgendwie zeitlos. Die typische Handbewegung kann ich jetzt noch nicht haben – oder?«

Die Antwort schwebt bereits in der Luft. Der nächste Kommentator könnte das Spiel schon beenden. Stattdessen zettelt er eine Diskussion über Kunst an. »Kunst? Du meinst, wenn man nichts richtig erkennen kann, ist es Kunst?«

Es geht um nichts, würde mein Cousin sagen.

[1] Seite 394, Bildung – Alles, was man wissen muss | Dietrich Schwanitz

[2] Seite 395, ebenda