Sie lebt

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Grafik mit dem Text - Stadt Lügde -
luegde.de

Ich kann nicht mehr genau sagen, wie ich dazu gekommen bin. Ich muss wohl in einem unbedachten Moment aufgezeigt haben. Egal. Irgendwann gehörte es offiziell zu meinen Aufgaben - das Web-Angebot der Stadt Lügde - luegde.de.

Die erste Version von luegde.de habe ich in einer Gemeinschaftsarbeit mit einem Experten von der VHS Lippe-Ost erstellt. Bis dahin hatte ich kein bisschen Ahnung, wie eine Web-Site “hinter der Kulisse” aussieht und wie sie gebaut wird. Ich spürte aber, das Internet wird sich rasend schnell weiter in unseren Alltag drängen - und ich wollte mehr davon wissen.

Hieroglyphen

Irgendwann stand sie, die Basis-Version des Web-Angebotes der Stadt Lügde. Gebastelt hatten wir sie mit dem HTML-Editor Frontpage. Frontpage arbeitet nach dem WYSIWYG-Prinzip. Soll heißen, was ich im Editor schreibe, wird auch so angezeigt (meistens…).

Später lernte ich in einer Schulung HTML und stellte fest, eine mit Frontpage erstellte Web-Seite erzeugt wesentlich mehr Quelltext als nötig.

Reinemachen 1.0

Also begann ich nach und nach alle Seiten mit einem einfachen Texteditor zu säubern. Weil das “Reinemachen” manchmal aufwendiger als das “Neu-machen” ist, habe ich einen Großteil der Seiten ganz einfach neu, eben mit “schlichtem” HTML, gebaut. Wie gesagt, für den Leser war keine Änderung zu sehen. Aber ich mag es nun mal ordentlich.

Hübsch soll sie sein

Die ursprüngliche Seitenaufteilung hatten wir mit Frames realisiert. Aber einiges vom Design wurde schon über Cascading Style Sheets (CSS) gesteuert. Das war fortschrittlich. Denn es war ein Anfang von der heute üblichen Praxis:

Trennung von Inhalt und Design.

Für mich war es wichtig, dass das Bild, der Inhalt, und nicht der Rahmen, die Optik im Vordergrund steht. »Schlichtheit siegt!«, habe ich mal in einem großen Artikel zum Thema Design von Web-Angeboten gelesen - eine Aussage, der ich noch immer zustimme. Denn ein überladener “Rahmen” kann sehr schnell ablenken, was nicht zur Benutzerfreundlichkeit beiträgt.

Beispiel: Als Wiedererkennungswert wollte ich unbedingt die Stadtfarben von Lügde, dunkelblau und rot, verwenden. Doch die Farben sind recht intensiv. Große Flächen damit einzufärben war mir zu aufdringlich, zu viel Ablenkung. Also habe ich sie beispielsweise für die Links oder für das Aufzählungssymbol bei Listen verwendet.

Klar, ich habe bei den Arbeiten an der Web-Site reichlich gesündigt. Meistens aber nur, weil ich es nicht besser wusste. Bleistift: Ich hatte schon immer Spass daran, Texte zu strukturieren. Bei Textverarbeitungs-Programmen drängt es sich geradezu auf, dafür Tabellen zu nutzen. Also habe ich das auch bei einigen Web-Seiten so gemacht. Aber auch das ist nicht barrierefrei. Wann und wie Tabellen eingesetzt werden können, könnt Ihr ja mal unter www.einfach-fuer-alle.de nachlesen.

Stichwort “Formatierung von Texten”: Internet-Seiten sollten nicht mit Druck-Erzeugnissen gleichgesetzt werden. Das ist ein interessantes Thema. Vielleicht blogge ich mal darüber.

Übrigens, das Web-Angebot einfach-fuer-alle.de ist wirklich empfehlenswert. Vor allem für die, die sich für das Thema “Barrierefreiheit im Netz” interessieren.

Spielverderber

Und dann gibt es ja noch die verschiedenen Webbrowser und ihre Versionen. Leider ist es nicht so, dass alles was man so schraubt, von allen Browsern in gleicher Weise umgesetzt, angezeigt wird. Aber auch die verschiedenen Versionen eines bestimmten Browsers können unterschiedliche Ergebnisse liefern. Das CSS so anzupassen, dass die Seiten möglichst überall gleich angezeigt werden, ist mitunter äußerst zeitaufwendig und nervig. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden mit Browserweichen zu arbeiten.

Die “Krönung” der Browser ist meines Erachtens der Windows Internet Explorer - eine ständige Herausforderung und ein Thema für sich. Zum Beispiel konnte die seinerzeit gängige Version 4 mit CSS nichts anfangen - was nicht gerade zu schönen Ergebnissen führte.

Sie sollte auch gut funktionieren

Die Web-Site füllte sich, die Anforderungen stiegen. Am meisten die, die ich mir selbst stellte. Eine umfangreiche Web-Site nur mit statischen HTML-Seiten? Für die Benutzer viel zu unübersichtlich und umständlich zu handhaben (wenig benutzerfreundlich) und für mich, als “Betreuer”, viel zu aufwendig. Nach dem Besuch einer Schulung für die Erstellung dynamischer Web-Seiten (PHP) begann ich erneut, das Web-Angebot der Stadt Lügde umzukrämpeln.

Statt vieler statischen Seiten, ließ ich mit neu gebastelten dynamischen Seiten simple txt-Dateien auslesen. Vereinfacht ausgedrückt: Statt vieler, themengleicher statischer Seiten wird lediglich eine dynamische Seite gefertigt, die dann, je nach dem welcher Link vom Benutzer angeklickt wird, den entsprechenden Text in die Seite lädt. Das war der Anfang vom Prinzip:

Trennung von Technik und Inhalt.

Aber das Auslesen von txt-Dateien ist sehr unflexibel. Denn so lassen sich die Texte nur sehr umständlich und äußerst begrenzt sortieren und selektieren. Die Lösung: Datenbanken. Also schnappte ich mir ein entsprechendes Buch und las mich in MySQL ein.

Einigen Lesern wird schon klar sein was passierte. Anschließend baute ich kleine Datenbanken und erneuerte alle dynamischen Seiten. Statt der txt-Dateien wurden nun die jeweiligen Datenbanken ausgelesen. Und weil Datenbanken so flexibel sind, erweiterte ich auch noch die Auswahlmöglichkeiten.

Später hatte ich das Glück, eine MySQL-Schulung besuchen zu dürfen. Ziel der Schulung war es, eine Datenbank zu bauen, die möglichst alle Informationen von und zu sämtlichen Dienstleistungen enthält. Von diesem Gemeinschafts-Projekt habe ich viel gelernt. - Und ja, daraufhin habe ich abermals einen großen Teil der dynamischen Seiten und Datenbanken angepasst.

Houston, wir haben ein Problem!

Mancher wird jetzt denken: »Herrje, was für ein Geschraubsel!« Stimmt, das habe ich mir auch gedacht.

Eine Fortbildung zu den Themen “Barrierefreiheit im Internet” und “Standards beim Web-Design” motivierte mich erneut. In einer wilden Herbst- / Winteraktion (20052006) entstand dann die Version 2 von luegde.de. Wieder habe ich das komplette Web-Angebot neu verwuselt. Statt Frames erfolgt die Seitenaufteilung nunmehr über das CSS. Warum? Ich hatte ja wieder dazu gelernt und die Nachteile von Frames nervten mich.

Und nun?

Latürnich habe ich seitdem noch reichlich geändert. Was noch war und was ich als nächstes noch machen möchte, davon erzähle ich Euch in den nächsten Beiträgen. Ach ja, außerdem muss ich ja noch das Thema Inhalt behandeln: Wer sollte die Texte schreiben, wie sollten sie sein und so weiter.

Eine Web-Site ist niemals fertig - sie lebt.