O Käpten

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Ein Waldweg, von rechts erhellen ihn
Sonnenstrahlen

»Merkwürdige Einleitung: ›Quercus, mein Quercus‹. Soll mir das was sagen?«, fragte sie mich.

Ich hoffte, diejenigen, die das Buch gelesen oder den Film gesehen haben, werden meine Anspielung erkannt haben; zumal ich im gleichen Zusammenhang noch eine weitere Sentenz aus dem Roman untergebracht habe – Carpe diem.

„O Käpten, mein Käpten!“, heißt es im Original, in dem Roman „Der Club der toten Dichter“ von Nancy H. Kleinbaum. Darin erzählt der neue Englischlehrer, John Keating, seinen Schülern, dass die Anrede „O Käpten, mein Käpten!“ ein Dichter namens Walt Whitmann geschrieben hat, und dass sie an an Abraham Lincoln gerichtet war. Dann fordert er sie auf:

[…] »Sie werden mich in Zukunft mit Mr. Keating anreden, oder wenn Sie mutiger sind, mit ›O Käpten, mein Käpten‹!«

An anderer Stelle in dem Roman lässt Keating einem seiner Schüler ein Gedicht vorlesen:

»Pflücke die Knospe, solange es geht,
Und die Blüten, wenn sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.«

Er hielt inne. Mr. Keating wiederholte: »›Pflücke die Knospe, solange es geht.‹ Der lateinische Ausdruck für dieses Gefühl lautet Carpe diem.« […]

Nutze den Tag!

Die Handlung erzählt von einem Lehrer, Keating, der versucht seine Schüler für den Unterrichtsstoff zu gewinnen, sie dafür zu begeistern. Er möchte nicht nur einen Lehrplan abarbeiten, Informationen monoton runterbeten - er möchte, dass seine Schüler sich dafür interessieren was sie lernen.

Es dauert nicht lange, und die Schüler beginnen auch auf andere, lebensbejahende Weise den Unterrichtsstoff nachzuarbeiten. Sie beginnen zu erkennen: Die Schule ist nicht nur Pflichtprogramm, dass es zu „überleben“ gilt, sondern Teil des Lebens, das man jeden Tag nutzen sollte.

Die Tragik: Weder die übrigen Lehrer der Schule noch die Eltern der Schüler sind von den Methoden des neuen Lehrers angetan. Einige Eltern sind sogar entsetzt, als sie erkennen, wie sich ihre Kinder entfalten, verselbstständigen. Sie verbieten ihnen ihre Ideen umzusetzen und versuchen sie, wieder in das Schema F des Lernens zu zwingen.

Bei den Schülern, die, dank ihrem Lehrer, gelernt hatten das Gefühl der Entfaltung, der Gedankenfreiheit, der echten Kreativität zu spüren und zu geniessen, führt das immer mehr zu Konflikten…

Ist schon merkwürdig, während ich dies schreibe, habe ich eine Musikpassage aus dem Musical The Rocky Horror Picture Show im Ohr:

Don´t dream it, be it!