Magnetisch

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Der Kopf eines Storches – darunter das Wort –
Hä?

»Du hast da zwei Flecken an Deinem Hemd.« Jesus, dachte ich (obwohl der auch nichts daran ändern konnte), der Arbeitstag ist kaum drei Stunden alt, und ich habe es wieder beschafft. Gestern Abend hat mir eine Freundin einen fast baugleichen Satz zu hören gegeben – sie meinte allerdings ein anderes Hemd – eben jenes, welches mich gestern zierte.

Es gibt aber eine ganz simple Erklärung für das Phänomen: Meine Hemden haben eine magnetische Wirkung auf Kaffee (Ketchup, Saucen, Suppen…).

Trotzdem, genierlich ist mir das schon. Einen Fleck kann ich ja noch mit der Hand abdecken und eine örtlich entsprechende Erkrankung vortäuschen – Herzschmerz, Magenverstimmung oder dergleichen. Problematisch ist allerdings, dass sich das „Magnetfeld“ an meinen Hemden im Laufe des Tages auch gern mal verschiebt.

Wie dem auch sei, es macht mich immer wieder glücklich zu erleben, wie sich meine Mitmenschen über die visualisierten Magnetfelder erfreuen können.

Wo ich gerade mal wieder bei dem Thema bin. Wie verhält man sich eigentlich als Entdecker solcher Alltags-Peinlichkeiten? War das korrekt, dass mich neulich niemand auf den Papierschnibbel in meinem Gesicht aufmerksam gemacht hat? Sage ich es meinem Chef, wenn er unter seinem Schuhabsatz ein Stück Toilettenpapier gleich einer Standarte spazieren führt? Gebe ich der Dame am Schalter einen diskreten Hinweis, wenn ihr ein Rockzipfel im Schlüpper hängen geblieben ist?

Kürzlich saß mir in meinem Büro ein attraktives Mädel gegenüber. Während ich mich mit ihr unterhielt ist mir aufgefallen, dass sich der Reisverschluss ihrer Hose dienstfrei genommen hatte. Da mir die Situation absolut unangenehm war, habe ich es nicht fertig gebracht, die Guteste über die Eigenmächtigkeit ihres Reisverschlusses zu informieren.

Mir hätte meine Kollegin gesagt: »Wenn der Vogel schon tot ist, kannst du den Käfig ruhig offen lassen.«