Improvisieren

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Ein Treppengeländer aus Metall, Treppenstufen und verschiedene
Pflanzen im
Hintergrund.Wenn Du keine Ahnung hast, einfach mal improvisieren. – Und weil ich selten Ahnung habe, mutiere ich allmählich zum Improvisator.

In den zurückliegenden Tagen habe ich, als ich diverse Gebrechlichkeiten meines betagten Häuschens behandelte, mal wieder meine „Null Ahnung“ voll ausleben können.

Es ist aber nicht nur das Fehlen von Können und Möglichkeiten eines Profis, welches mich regelmäßig zwingt nach alternativen Lösungen zu suchen, sondern auch mein Portemonnaie, das mich oft ausgelaugt angähnt.

Aber was soll´s, mit den Gegebenen bestmögliche Lösungen zu erzielen, ist eine Herausforderung, der ich mich mit Vorliebe stelle. Das weckt das Spielkind in mir. Der Fachleut würde von solchen wuchtigen Worten wie Kreativität und Spontanität sprechen.

Wie dem auch sei, es fühlt sich völlig anderes an, wenn ich die Dinge nicht als Probleme sondern als Spielpartner betrachte. Hier meine völlig „unverpflichtende“ Spielanleitung:

Zunächst versuche ich mich bewusst davon zu verabschieden, perfekt sein zu wollen oder ein Meisterwerk zu erstellen. Das erzeugt Leichtigkeit. Hey, das ganze Leben ist ein Spiel! Da man die Dinge dann viel entspannter angeht, wird für den „Krampf“ schon mal keine Energie verschwendet.

Nebenbei: Für mich hat der Perfektionsmus eine sehr üble Nebenwirkung – man vergisst dabei schnell das Vorwärtsgehen.

Zurück zur Sanierung der „alten Dame“. Sicher, ich möchte Lösungen herbeiführen, aber wie sie konkret aussehen sollen, lege ich bemerkenswert selten fest. Manchmal frage ich mich selbst: Hast du überhaupt so was wie Struktur? Solltest du nicht mehr planen? Ach was! Das sind alles Fesseln für meinen Spieltrieb, für die Ideen.

Diese Ignoranz einiger preußischer Tugenden hat den netten Nebeneffekt, dass der Tunnelblick, das kanalisierte Denken wegfällt. Durch den größeren Blickwinkel erhalte ich mir die Möglichkeit, auch andere Wege zu sehen und sie gegebenenfalls zu beschreiten. Es macht mich schlicht beweglicher.

Mehr sehen können heißt auch mehr beobachten können – welche Materialien könnte ich noch verwenden, welche lassen sich kombinieren, wie „arbeiten“ sie miteinander. Ich beharre nicht auf Details, kann mich tiefer in die Einzelheiten einfühlen, besser kombinieren.


Doch, ja, meine „Improvisationen“ sind wirklich „mir“, mit ihnen kann ich mich identifizieren.

Ich bin auch davon überzeugt, dass bei dieser Herangehensweise nicht nur das Tun selbst, sondern auch die Ergebnisse viel fröhlicher sind.