Ich Eukaryot, ich!

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Ein mit Efeu bewachsener Baumstamm im
WaldErdgeschichtlich gesehen war sie gerade eben, aus meiner Sicht ist sie schon ein Weilchen hin. Ich spreche von meiner aktiven Zeit als Grundschüler.

Seinerzeit war ich doch tatsächlich willens, einen kleinen Stammbaum von meiner Familie zu erstellen. Leider ist mir entfallen, was mir mehr Spass gemacht hat: den Baum zu malen oder die Namen und Lebenszeiten für die Beschriftung der Blätter zu ermitteln.

Aber ich habe mir damals fest in die Hand versprochen: ›Sobald es mein Terminplan zulässt, werde ich den Stamm-Baum richtig wachsen lassen.‹ Nun ja. Als Steppke findet man so einiges spannend, wofür einem später keine Erklärung mehr einfällt.

Es hat auch nicht lange gedauert, da war ich mit dem Thema Genealogie durch. Fortan widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit der Gegenwart – der lebenden Zeitgenossen – hauptsächlich der Genossinnen.

Doch je oller der Mensch wird, desto häufiger blickt er zurück. Und beim Stöbern in dem zwischenzeitlich prall gefüllten Koffer meiner Vergangenheit fand ich neulich ein Bild, das mich unwillkürlich an den so lange verschmähten Stammbaum und meinen Vorsatz ihn zu ergänzen erinnerte.

Ja, es macht sich immer gut, wenn man seine Versprechen hält. Vor allem wenn man sie sich selber gegeben hat. Keine Frage, es hat auch Stil, wenn man das Angefangene auch zu Ende bringt. – Aber es ist nunmal so, dass ich jeden lebenden Baum-Stamm einem Stamm-Baum, voll mit Namen von Toten, vorziehe.

Es ist mir einfach nicht mehr wichtig nachweisen zu können, dass ich mit Pipi Langstrumpf, Kalle Blomquist oder mit Lassie verwandt bin. Außerdem kann man sich die ganze Arbeit doch wirklich sparen, wenn man das Ergebnis schon kennt:

Ob Flipper oder Fury, ob Festus Haggen oder Hop Sing, wir gehören alle zur „Familie“ der Eukaryoten. Und wie die Archaeen und Bakterien stammen wir von LUCA ab.