Gruß-Wort mir die Hühner

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Lebenszeit.

Das Leben ist eines der Kürzesten. Und trotzdem – ob es die Kaninchenschau „Feuriger Rammler“, die Hühnerpräsentation „Die mit den Hähnen kräht“, das Jubiläum des Altherren-Gesangsvereins „Helles Glöckchen“ oder der jüngste Erguss des Selfmade-Historikers mit dem Lebensmotto „Je oller, je Dollar“ ist – ohne Festschrift und ohne ein Grußwort vom großen, weißen Häuptling „knorriger Ast“ läuft nichts. Wirklich - es geht nicht ohne!

Aber mal ehrlich, wer liest schon Grußworte? Ich nicht. Ich muss nur dauernd welche schreiben. Aktuell standen Hühn- und Kanin-chen auf dem Programm. Ja, ich weiß – die hatte ich schon. Aber kann ich was dafür, dass die schon wieder ein Grußwort vom Stammes-Oberhaupt wollen? Und sein Ghostwriter „Stumpfe Feder“ wird ihm wohl kaum einen Wunsch ausschlagen.

Auf ein Wort: Ein Grußwort zu schreiben ist keine Wissenschaft. Ich präferiere die hängende Dreier-Kette: ein Drittel Einleitung, ein Drittel Hauptteil, ein Drittel „Tschüss“.

In die Einleitung packst du die Begrüßung und alles, was sowieso schon jeder weiß. Beispielsweise wann und wo „Helles Glöckchen“ die Haare der Zuhörer zum vibrieren bringen wird. Wenn du noch Platz hast, begrüsse alle Lebewesen, von denen du glaubst, dass sie wichtig sind. Wenn dir niemand einfällt, denk an deine Leinwandhelden oder an einen Streichelzoo.

Der Hauptteil ist die Spielwiese der Ahnungslosen. Am besten du rufst dir dazu deine Kindheit oder irgendeinen anderen traurigen Zeitabschnitt deines Lebens in Erinnerung. Diese Stimmung hältst du fest und schreibst dann, immer „hart am Wind“, drauf los. Da Grußworte nach meinen unmaßgeblichen Recherchen nie von oben bis unten aufmerksam durchgelesen werden, ist es eigentlich völlig egal, ob du beim Thema bleibst. Schreib dir die Seele vom Rand!

Das letzte Drittel vom Grußwort ist der Entspannung vorbehalten: Verabschiede dich mit ausladender Rhetorik – lass los – Pranayama – du hast es hinter dir.

Ich halte fest: Wenngleich Grußworte für den Rest der Galaxie völliger Nonsens sind, für den jeweiligen Verfasser können sie geradezu therapeutisch wirken. Was meint ihr wohl, warum ich blogge?