Großzehnacken

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Ein skizzierter Fuß, an dem der Großzehnacken gekennzeichnet
ist.

Ich, meine lieben Leserinnen und Leser, fahre noch immer einen Personenkraftwagen, bei dem nicht klar ist, wohin das Wörtchen „Kraft“ tendiert – zur Personen-Kraft oder zum Kraft-Wagen.

In meinem durchaus langen Leben als Besitzer eines Führerscheines habe ich noch nie ein Auto mein eigen genannt, dass eine Servolenkung oder eine Zentralverriegelung hatte. Das trainiert!

Und wenn ich in der wärmeren Jahreszeit vor einer roten Ampel stehe und für alle Welt sichtbar zu Kurbeln beginne, damit sich ein Fenster oder das Schiebedach öffnet, ernte ich zwar mitleidige Blicke, aber auch das hält mich fit – weniger die Blicke, mehr das Kurbeln.

Fortschrittlichere Zeitgenossen, also die mit den bis über beide Außenspiegel hochgerüsteten Personen-voller-Kraft-und-Technik-Wagen, gehen beziehungsweise fahren stattdessen zum Fitnessstudio – wenn sie denn „beweglich“ bleiben möchten.

Es ist schon erstaunlich, was die Personen und der Kraft-Wagen von heute alles zum Autofahren brauchen. Insgeheim glaube ich ja, dass die wenigsten Kapitäne jemals die ganzen technischen Möglichkeiten ihrer Raumschiffe für sich erfassen werden. Folglich, also gemäß der statistischen Signifikanz, werden noch weniger wissen, wie diese sinnvoll einzusetzen sind.

Und? Ist das wichtig? Selbst die kalten Kelten haben sich schon über eine ähnliche Frage ihre Helme zerbrochen: „Worauf kommt es an – aufs Brauchen, aufs Können oder aufs Haben(wollen)?“ – Aber ich will mich nicht verzetteln.

So prickelnd und erfüllend auch das Thema Auto ist, ich muss noch auf ein anderes Beispiel von durchaus hoher Komplexität zu schreiben kommen. Nicht minder ausgestattet und nicht weniger kompliziert als das Auto ist: Der Mensch.

Der hat zum Beispiel einen Großzehnacken – vielmehr hat er zwei davon, an jedem großen Zeh einen. Nun, wer beachtet die schon? Außerdem was sollen wir damit? Ich schreib´s Euch: Richtig eingesetzt tragen die Großzehnacken dazu bei, besser und sicherer zu stehen.

Interessant ist auch das Hinterhauptbein. Die Hinterhaupt-Bein-Arbeit ist für die Entspannung in der Rückenlage von Vorteil. Wenn es einem gelingt, seinen Kopf einzig allein darauf abzulegen, trägt das dazu bei, besser entspannen zu können – habe ich mir sagen lassen.

Und so erinnert mich der Yoga-Unterricht immer wieder an die Hochtechnologie neuerer Auto-Mobile. »Spektakulär! So etwas wurde mir eingebaut? Ach, das kann ich auch damit machen?«, sind so typische Gedanken, die mir dabei so kommen.

Der Begriff „mobil“ kommt übrigens von „beweglich“, „biegsam“. Der gesunde Mensch ist mit körperlicher, geistiger und räumlicher Mobilität ausgestattet – und das Auto-Mobil? Und wie ist das mit meiner sozialen Mobilität – lässt sich die von meinem Auto-Mobil ablesen?