Frustriert durch Demotivation

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Ein Waldboden im Sonnenlicht

In der vergangenen Woche haben mir zwei Kolleginnen ihr Herz ausgeschüttet. Sie waren enttäuscht und frustriert. Die zugrunde liegenden Geschehnisse haben nichts miteinander zu tun; und doch gibt es viele Parallelen.

Beide sind sehr engagiert, im Beruf und im Vereinsleben - und beide wurden sie demotiviert.

Wenn motivierten Menschen ständig Steine in den Weg geworfen werden, sind auch sie irgendwann nicht mehr motiviert. Die Folge, sie ziehen sich zurück. Meistens aber nur kurz, um danach ein anderes “Feld” zu suchen, das sie mit ihrer Energie “bestellen” können.

Meine Erfahrung ist, dass viele Arbeitgeber und viele Vereinsvorstände das nicht oder viel zu spät erkennen. Und damit gehen ihnen immer wieder gute Akteure verloren. Im verschrobenem Wirtschaftsdeutsch ausgedrückt: Das ist Verschwendung von Ressourcen, von “Humankapital”.

Typische Demotivations-Faktoren sind:

Selbstverständlichkeit

Ein klassischer Demotivations-Faktor. Da hat sich jemand einer Sache, vielleicht sogar ohne jedes Bitten, angenommen, und nach einiger Zeit scheint das vergessen und sein Tun wird als völlig selbstverständlich erachtet. Die Steigerung ist, wenn einige Vertreter sogar noch meinen, es sei doch dessen Pflicht das zu tun.

Aber nicht nur die “hierarchisch Höheren” (Vorgesetzte, Vereinsvorstände) sondern auch “Gleichrangige” sind mitunter vergesslich: »Das hat´se doch schon immer gemacht. Was hat die sich denn jetzt auf einmal so?«

Mangelnder Teamgeist

Wenn immer nur die gleichen, aber wenigen das Schiff vorwärts bringen, rudern, sind auch sie irgendwann erschöpft. Besonders dann, wenn der Kapitän nichts oder wenig daran ändert und obendrein den “Zugmaschinen” immer mehr von dem aufhalst, was der andere Mannschaftsteil nicht leistet.

Ausgenutzt

Intrinsisch motivierte Menschen sind oft auch besonders talentiert. Aber statt ihnen Raum zu geben, ihre Begabung entfalten zu lassen, werden sie (siehe oben) zugeschmissen mit Tätigkeiten; weil sie´s ja so brav tun, und andere sich folgenlos drücken dürfen.

Demotivierend kann aber auch der umgekehrte Fall sein: Wenn das Talent schamlos, ohne es zu würdigen, anzuerkennen ausgenutzt wird.

Übersehen werden

Viele, hervorragende Leistungen werden im “Verborgenem” erbracht. Mein Eindruck ist, dass gerade dort die meisten der wirklich intrinsisch motivierten Menschen zu finden sind. Auch diese Menschen brauchen Verstärkung. Apropos “finden”, das geht nur, wenn Mann die Augen aufmacht!

Unterschiedliche Motive

Zwischen Menschen, denen es primär um die Sache geht und Menschen, die nach Macht, Ansehen und Blitzlichtgewitter streben wird es kaum Harmonie geben. Obschon beide motiviert, der intrinsisch wie der extrinsisch motivierte Mensch, der Altruist wie der Egoist - ein Miteinander ist problematisch. Extrinsisch motivierte Menschen sind Ellenbogenmenschen, die intrinsisch motivierte Menschen je nach Bedarf an die Wand drücken oder ausnutzen.

Fehlende Vorbilder

Käpitäne müssen Vorbild sein. Dabei geht es nicht nur darum, das Kapitäne vorbildlich viel und gut arbeiten sollten, es geht auch darum, wie konsequent, glaubwürdig und authentisch sie sind.

Und, wer von seiner Mannschaft etwas verlangt, dass er selbst nicht tut, oder zu tun bereit ist, hat am Steuer nichts zu suchen!