Erziehung & Vorbilder

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Eine Maus aus Holz in sechs verschiedenen
Perspektiven

»Du kannst nur das kaufen, was Du Dir leisten kannst!«, haben mir meine Eltern immer wieder eingebleut.

Meinen Eltern habe ich es nicht übel genommen, dass sie mir meine Wünsche nach einer Märklin-Eisenbahn oder später nach einer Mofa nicht erfüllt haben. Das erste Auto, dass sich meine Eltern vom Erspartem gekauft haben, war ein gebrauchtes. Ich war damals zwölf Jahre.

Sie haben mir vorgelebt:

  • dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden kann,
  • dass ich gegebenenfalls sparen muss, um mir einen Wunsch zu erfüllen,
  • dass viele Wünsche unerfüllt bleiben.

Sie haben oft »Nein« gesagt, aber sie haben mir auch erklärt warum.

Das hat meiner Entwicklung, glaube ich, nicht geschadet. Stattdessen hat es meine Phantasie beflügelt und meine Disziplin gestärkt.

Wenn ich mir die große und die kleine Politik anschaue könnte ich daran zweifeln, ob es richtig war, wie meine Eltern mich erzogen haben und ob sie mir wirklich ein gutes Vorbild waren.

Sicher, in dem komplizierten, für mich undurchsichtigen Geflecht von Interessen ist es für die Politik schwierig einen Weg zu finden, der für alle begehbar ist.

Doch ich picke mal etwas heraus: Kein Politiker wagt es, einen Antrag, der unter dem „Zauberwort“ Jugend läuft, abzulehnen. »Oh, Jugendarbeit ist wichtig!«

Ich bezweifele nicht, das Jugendarbeit wichtig ist. Aber ist es richtig, der Jugend vorzuleben dass alles geht und ihr die Finanzierung, also die Schulden von dem, zu hinterlassen? Wäre es nicht viel ehrlicher, öfters mal »Nein« zu sagen und dass nachvollziehbar zu begründen?