Einmal um den kleinen Kailash

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Blick von einem Berg auf einen
See.

Der Osterräderlauf fand wiedermal ohne mich statt. Freunde, die sich angemeldet hatten um ihn sich anzuschauen, mussten kurzfristig absagen. Unvermittelt stand ich, der begnadete Fremdenverführer, Ostersonntag in Lügde ohne Job da.

Statt in die längst überfällige Midlife Crisis zu versinken, betankte ich mein Bergrad mit Frischluft – 4,5 bar auf beide Reifen, schnallte mir den Fotoapparat um und begab mich auf eine Pilgerreise. Mein Ziel: Der heilige Berg, der Kailash von Lügde – die Herlingsburg.

„Was nutzt des Menschen hoher Geist, wenn er im Bette liegt und scheinbar schläft?“ – so hätte es mein Opa gesagt. Ich meine: Was nutzt die ganze Kontemplation, wenn die Kondition nachlässt?

Möglicherweise hatte ich mich auch nicht richtig eingekleidet. Zwar zeigte die Mischung aus österlicher Kommunionhose und Yoga-Shirt, mit welch großem religiösem Eifer ich mich aufgemacht hatte – aber ein polierter Auspuff macht noch keinen Ferrari.

Will heißen – trotz allem schoss mir der Ostersonntag-Nachtmittags-Kaffee ungefiltert aus allen Poren.

Eine geniale Strecke, herrliche Panorama-Ausblicke – hiervon ein Podcast, um meine Begeisterung für die Nachwelt festzuhalten, dachte ich noch – aber nur kurz. Einen winzigen Augenblick später bemerkte ich mein Hecheln und Gestöhne. Nicht auszudenken wohin das führt – uns Ursula würde doch sofort ein „ein Auge auf mich werfen“.

„Der Glauben versetzt Berge“, heißt es. Mein Glaube an mich, hat mich auf einen heraufgebracht. Klingt doch besser als: Vom Ehrgeiz getrieben…

Zum Foto: Leider war es bei meinem Aufenthalt am Gipfelkreuz des „kleinen Kailash´s“ etwas diesig. Bei dem Gewässer in der Bildmitte handelt es sich um den sagenumwobenen Emmerstausee.