Ein Palais mit epochalem Charakter

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Ein
Vogelhäuschen

Vor Generationen habe ich auch mal Aufgaben der “Unteren Denkmalbehörde” [1] wahrgenommen. Für Gebäude, die als Denkmal in die entsprechende Liste “eingetragen” werden sollten, bedurfte es einer Begründung von den Denkmal-Experten.

Witzig dabei zu beobachten war, mit welcher Wortgewalt die Fachleute die Bedeutung der einzelnen Objekte herausstellten. Teilweise las sich das wie die exorbitant wichtige Predigt eines Pfarrers zum Hochamt am Ostersonntag.

Doch wenn man reichlich solcher Expertisen gelesen hatte, viel auf, dass auch bei den Denkmal-Koniferen irgendwann der Vorrat an wuchtig klingenden Steigerungsformen erschöpft war. Also wurden die Sätze ein bisschen umgestellt, und fertig war die Begründung, warum die Hundehütte von Nachbars Lumpi da unbedingt stehen bleiben sollte.

An diese Erlebnisse musste ich denken, als ich kürzlich den Beitrag “Ein ganz gewöhnliches Gebäude” von Rouven gelesen habe. Was das Künstlerpaar da inszeniert hat, ist eine herrliche Parodie auf die Texte, wie ich sie kennengelernt habe.

[1] Siehe § 20 Denkmalschutzgesetz NW