Ein Ohrwurm

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Ein Baum ohne Laub vor einem See, im Hintergrund eine untergehende
Sonne

Vor Monaten habe ich ihn gelesen, und irgendwie hat er sich eingebrannt - dieser Satz, an dem ich nun immer denken muss, wenn ich schreibe:

…Menschen, die über andere zu lange witzeln, werden selbst zu schiefen oder armseligen Kreaturen…

Das Zitat ist aus dem Roman “Bildnis eines Unsichtbaren” von Hans Pleschinski. Hans Pleschinski erzählt in dem Roman, dass ihm eine Freundin das zu bedenken gegeben hat, nachdem er ihr eine seiner Satiren zu lesen gegeben hatte. Eingeleitet hat die Freundin Ihre Anmerkung so:

Pass auf, dass Du nicht zynisch wirst… Durch solche Ironie erhebt man sich über die Menschen, hält sie auf Distanz, entzieht sich…

Was veranlasst Menschen zu Ironie, zu Satiren? Ist es nicht meistens der Ärger über Missstände? Was passiert, wenn ich mich über andere ärgere?

Ich glaube, es gibt mehrere Phasen, in denen ich mich selbst programmiere:

  • die des Denkens,
  • die des Sprechens, in der ich - in der Regel - mein Denken noch mal überprüfe, aber auch verfestige,
  • die des Schreibens, in der ich - in der Regel - mein Denken noch mehr überprüfe und verfestige.

Darum glaube ich, die Freundin von Hans Pleschinski hat recht:

…Menschen, die über andere zu lange witzeln, werden selbst zu schiefen oder armseligen Kreaturen…

Wir ernten, was wir scheiben.