Ein Aushängeschild

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Grafik – Ein Schild mit einem Pfeil nach rechts, darunter die Wörter
Vorgeschriebene
Rechtschreibung

Ich wünschte, ich wäre ihrer mächtig – der deutschen Rechtschreibung. Leider ist das nicht der Fall. Dennoch texte ich wagemutig weiter meine Meinung.


Neulich bekam ich eine E-Mail zu lesen, in der der Verfasser auf die seines Erachtens vielen „sprachlichen Fehler“ in den Kommentaren zu einem Blog-Beitrag hinwies. Nun beziehen sich die besagten Kommentare nicht auf irgendeinen privaten, sondern auf den Blog-Beitrag einer Stadtverwaltung.

Der E-Mail-Verfasser bemängelte, dass die Kommentare sofort unter dem Blog-Beiträgen erscheinen und für alle einsehbar sind. Und er wies darauf hin, „dass das Sprachliche in gewisser Weise ein Aushängeschild für die Parteien und die Stadt sei“.

Nebenbei: Inhaltlich sind die Kommentare nicht zu beanstanden – sie entsprechen den Kommentar-Richtlinien des Weblogs der Stadt. Aber das bestritt der „Petent“ auch nicht.


Wenn wir am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, müssen wir, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger, die Regeln der Straßenverkehrsordnung beachten. Und – machen wir das immer? Eigentlich müssten wir die wichtigsten Regeln der Straßenverkehrsordnung im Kopf haben. Und – haben wir das? Trotzdem gehen wir unbeeindruckt dessen vor die Türe.

Sollte jemand, der die deutsche Rechtschreibung nicht bis ins Kleinste beherrscht, dem sprachliche Fehler unterlaufen – sollte der daran gehindert werden, seine Meinung schriftlich zu äußern? Sollte die Stadtverwaltung, wie eine Mischung aus Polizist und Lehrer, fehlerhafte Kommentare korrigieren, bevor sie diese freischaltet? Wäre das ein besseres Aushängeschild für die Stadt? – Wohl kaum.


Müssen Kommentare immer perfekt durchformuliert sein? Dürfen sie keine Rechtschreibfehler enthalten?