Don’t make me think!

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Grafik mit den Wörtern: Rembrandt?, Ägypten?,
Walter?

„Bitte Frau Gösebrecht zurückrufen“, steht auf dem Notizzettel. Gösebrecht, Gösebrecht? Kenne ich nicht. Und wo bitteschön ist die Telefonnummer?

„Den Betrag wollen Sie mir bitte auf mein Konto bei der Sparkasse überweisen…“, schreibt mir die Firma. Wollen täten wir schon tun – aber auf dieser ihrer Rechnung ist nirgendwo eine Bankverbindung aufgeführt.

„Habe mir eben Ihre Internetseiten angesehen und viele Schreibfehler gefunden. Außerdem sind drei Einträge in dem Veranstaltungskalender falsch“, ist in der E-Mail einer aufmerksamen Bürgerin zu lesen. Aber wo genau befinden sich die Schreibfehler? Welche Einträge sind falsch? Und was wäre richtig?


Es ist schon verrückt, wie oft Informationen und Hinweise lückenhaft bleiben und unnötige Rückfragen oder Recherchen erforderlich machen.

Auch wenn das im Einzelfall wie eine Kleinigkeit aussieht, aufsummiert ist das betriebswirtschaftlich eine enorme Ressourcen-Verschwendung.

Diese „Unvollständigkeiten“ haben aber durchaus auch einen soziologischen Aspekt. Möglicherweise steht dahinter der Wunsch mit dem Notizzettel-, dem Rechnungs- oder E-Mail-Empfänger in Kontakt zu bleiben.

Übrigens: Meiner bescheidenen Erfahrung nach, möchten die meisten Mitmenschen mittels fehlender Bankverbindung den Kontakt aufrecht erhalten.


Aus dem Kapitel „Web Usability“ gibt es ein zwischenzeitlich schon geflügeltes Wort: „Don´t make me think!“ Konkret geht es dabei darum, Internet-Angebote so zu erstellen, dass sie schlafwandlerisch, also ohne großartig nachdenken oder suchen zu müssen, genutzt werden können.

„Don´t make me think!“, schießt es mir oft auch durch den Kopf, wenn mir solche lückenhafte Informationen oder Anträge begegnen.

Natürlich geht in der hohen Alltagsgeschwindigkeit einiges unter – aber in einigen Fällen bin ich auch davon überzeugt, dass die Lücken auf mangelnde Empathie zurückzuführen sind.