Brauch ich!

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Die Blüte einer
Silberwurz

Mehrmals habe ich bei arte oder 3sat Dokumentationen gesehen, in denen Menschen in fernen Winkeln dieser Welt gezeigt wurden, die, obschon in absolut ärmlichen Verhältnissen lebend, einen unglaublich zufriedenen Eindruck machten.

Daran musste ich denken, als ich heute Morgen den Blogbeitrag „Brauchichnich“ gelesen habe. Der Artikel erinnerte mich auch an meinen Beitrag „Unsere Sorgen und Nöte“.

Tja, was brauche ich und was brauche ich vielleicht, eventuell, mögicherweise doch nicht?

Die Menschen in besagten Filmbeiträgen lebten ohne jedwede “moderne” Technik und ohne den Luxus wie er uns umgibt - und trotzdem schienen sie rundum glücklich zu sein. In meinem Umfeld kenne ich wenige Menschen die so rüberkommen. Warum? Was macht den Unterschied?

Die vielen materiellen Dinge die wir diesen Menschen “voraus” haben, tragen offensichtlich wenig zur Zufriedenheit bei.

Aus finanziellen Gründen bin ich seit zwölf Jahren nicht mehr auf Reisen gewesen. Ich habe, wie man so schön sagt, Urlaub auf Balkonien gemacht. Darauf angesprochen ist mein Lieblingskommentar: »Wahre Distanzen überbrücken wir nur im Kopf.« Was ich aber an dieser Stelle damit sagen will ist: Diese Jahre ohne Urlaub machten mich nicht unzufriedener.

Ich denke, all die materiellen Dinge die wir glauben haben zu müssen, befriedigen immer nur ein temporäres Bedürfnis. Doch wer mitten im Meer geboren wurde, sollte schwimmen können. Ubersetzt: Wer in dieser Konsumwelt lebt, sollte mitreden und dafür “haben müssen”. Aber ist es das wonach wir suchen - ein kurzer “Rausch” von Zufriedenheit?

Wir streben nach höher, weiter, schneller, billig und vor allem nach mehr - und abends besuchen wir Entspannungskurse, weil wir so unglaublich gestresst sind. Wir finden auch den Klimawandel schrecklich, aber wir brauchen ja all die materiellen Dinge, die ihn verursachen. Da kann Mensch eben nix machen.

Und wieder kommt mir Epiktet in den Sinn.

[Foto: Blüte einer Silberwurz]