Authentizität

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Wollgras vor einem
Teich

Authentizität – seit meinen übermütigen Anfängen als Blogger wurmt sich der Begriff durch mein Dachgebälk. Dabei gelingt es mir lediglich bei jedem vierten oder fünften Mal, das Wort unfallfrei auszusprechen.

Blogs sind authentischer, wurde mir irgendwann mal zugeflüstert. Schön und gut, nur: Wie geht authentisch?

Eine als authentisch bezeichnete Person wirkt besonders echt, das heißt, sie vermittelt ein Bild von sich, das beim Betrachter als real, urwüchsig, unverbogen, ungekünstelt wahrgenommen wird.“, ist bei de.wikipedia.org zu lesen.

Vermittelt ein Bild von sich“ – so, so. Das erinnert mich an das Lied „Immer nur lächeln und immer vergnügt“ aus der Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár.

Immer nur lächeln und immer vergnügt,

Immer zufrieden, wie’s immer sich fügt.

Lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen,

Doch wie’s da drin aussieht, geht niemand etwas an.

Worauf komm es denn nun an: authentisch zu wirken oder authentisch zu sein? Und: Inwieweit ist es überhaupt möglich, in unserer Gesellschaft authentisch zu sein?

Eigentlich sollte Mann doch denken, dass es in unserer Demokratie, mit unseren Grundrechten, kein Problem ist, „echt“ zu sein. Gleichwohl setzen viele Volksweisheiten klar auf Wirkung statt auf Sein:

  • Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’.
  • Säge nicht an dem Ast, auf dem du sitzt!
  • Mit den Wölfen heulen.
  • Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Warum das so ist, beantwortet uns die „Weisheit der Vielen“ mit einer weiteren Redensart: „Mit gehangen, mit gefangen.“

Ich übersetze das so: Wir leben in ein Geflecht von Beziehungen – einige brauchen wir, andere sind schön. Je mehr in einer Beziehung die Meinungen, Interessen, Ziele usw. übereinstimmen, desto stabiler ist sie.

Wer dagegen häufiger lauthals ein „anderes Lied singt“, als zum Beispiel sein Arbeitgeber, wird sich vermutlich sehr bald einen neuen „Bäcker“ suchen müssen.

Daraus könnte man grundsätzlich schließen: Je mehr ich von einer Beziehung abhängig bin, umso wichtiger wird es, „echt“ zu wirken.

Umgekehrt müsste es mir umso leichter fallen authentisch zu sein, je weniger ich von der Beziehung abhängig bin. – Oder?

[ Fortsetzung folgt ]

[ vielleicht ]