Yoga gedruckt

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Ein geschnitztes
Chamäleon

Sport soll ja gesund sein. Blöd ist, dass er auch ziemlich anstrengend sein kann. Und so richtig gut ist er nur, wenn man ihn regelmäßig betreibt. Fazit: Menschen mit masochistischen Tendenzen sind klar im Vorteil.

Ist doch Bemerkenswert: Eine kleine psychische Störung und Du bist der gemachte Bewegungstyp. Ich habe auch so´n „Schaden“.

So kömmt es vor, dass mich auch mal einer fragt: »Du, Du machst doch Yoga. Gibt es dafür ein Anwender-Handbuch?« Nun, wie es für jede Lebenslage mindestens einen Beipackzettel gibt, so gibt es auch reichlich Bücher von und über Yoga.

Obwohl ich, nach knapp zwei Jahren des Yoga-Lernens, noch zu den Anfängern zähle, lasse ich mich hier mal zu einigen kritischen Anmerkungen über Yoga-Bücher hinreißen.

Vorweg:

  • Ich rate dringend davon ab, Yoga nur unter „Anleitung” eines Buches zu lernen! Yoga-Bücher sollten „lediglich” als Nachschlagewerk für das Üben nach dem Yoga-Unterricht genutzt werden.
  • Es gibt eine Menge unterschiedlicher Formen von Yoga. Ich übe mich in Iyengar-Yoga. Dabei habe ich das große Glück, eine ausgezeichnet qualifizierte Yoga-Lehrerin gefunden zu haben.
  • Selbstverfreilicht habe ich Yoga-Bücher - auch eines von B.K.S. Iyengar. Aber nach einem guten Buch für Einsteiger suche ich selbst noch.

Oft werden in den Büchern leichthin Übungen erklärt, die für den Ungeübten Gift sind. Ich male mir gerade aus, wie jemand unbedarft eine Rückbeuge, zum Beispiel die Kamelhaltung, üben möchte und dabei mal kurz mitten durch bricht. Uups…

»Bei Risiken und Nebenwirkungen verklagen Sie…«, müsste eigentlich schon vorn auf dem Einband mancher Yoga-Bücher stehen.

Viele der gezeigten Übungen sollten besser mit verschiedenen, leichteren Haltungen vorbereitend geübt werden. Auch die scheinbar einfachen Haltungen setzen sehr genaues Arbeiten voraus. Außerdem ist es wichtig, die Übungen abzustimmen, um einseitige Belastungen zu vermeiden.

Yoga erfordert sehr viel Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper; und es braucht seine Zeit, um diese selbst fühlen zu können. Aus diesem Grund ist es wichtig, wenn ein Yoga-Lehrer kontrolliert, dass ich bei der Übung nicht im Hohlkreuz stehe, ob mein Bein wirklich durchgestreckt oder vielleicht schon überstreckt ist, ob das Becken vertikal wie horizontal richtig ausgerichtet ist und so weiter.

Allein für die Erklärung mancher einzelner, einfachen Haltung ließen sich ohne weiteres 20 und mehr Seiten betexten und bebildern. Gesunder wäre das - aber für viele Einsteiger ist das langweilig und würde sie vom Kauf des Yoga-Buches abhalten.

Ich kann das gut nachfühlen. Auch ich wollte am Anfang alles und das hurtig: Kopfstand, Handstand, Unterarmstand - das ganze Programm halt. Doch auch beim Yoga gilt: „Geduld ist eine Tugend und Übung macht den Meister.“ Mag das auch noch so abgedroschen klingeln - mein Tipp: Trotzdem verinnerlichen!

Ich versuche es mal so zu beschreiben: Mit einem Foto sehe ich nur das Endprodukt einer Übung - nicht aber die unzähligen Details. Als Text würde ich die Details wegen der Länge vermutlich nicht lesen. Also sind mehrere Bilder nötig, die wiederum nicht alles erklären…

Aber: Die ständig wie ein Mantra wiederholten Anweisungen einer guten Yoga-Lehrerin finden den Weg zur echten Verinnerlichung. - Nee, ich bin jetzt nicht abgedreht.

Sport sollte dazu da sein, die Gesundheit zu erhalten und nicht das Gegenteil bewirken. Mangelnde Bewegung ist sicherlich ein großes Problem in unserer Gesellschaft. Allerdings - übertriebener Ehrgeiz oder aber ein falsches Buch können ebenfalls sehr böse Folgen für die Gesundheit haben. Fragt mich mal…