Whisky, gespült nicht gerüttelt

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Eine bunte
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Mit zweidrittel-offenem Mund starrte sie ihn eine Weile an. »Zweiundvierzig - und du bleibst dabei?«

»Keine Frage! Eine Frage ist eine Frage, ist eine Frage. Noch Fragen?« Er grinste, wobei er verzweifelt Jack Nicholson nachzueifern versuchte. Ein Versuch der in die Hose ging.

»Kann es sein, das du mich verarschen willst?«

Er hob leicht den Kopf und verdrehte dabei die Augen. »Wie du dich wieder ausdrückst.« Klug und abgebrüht wollte er sein. Er ertappte sich dabei, wie seine Augen immer wieder ihre Figur abtasteten und hoffte inständig, dass sie es nicht bemerkt.

»Wie du dich wieder ausdrückst«, äffte sie ihm nach, wobei sie das Gesicht zu einer entzückenden Grimasse verzog. »Ich bin eben kein Marcel Reich-Radetzky!«

»Findest Du es angemessen, wenn wir uns jetzt über österreichische Feldzüge unterhalten?« Vielleicht sollte sie wirklich Marschmusik auflegen, besser als dieses Gedudel, was sie als Chill Out Musik angekündigt hatte, dachte er. Er ärgerte sich nur vordergründig, denn seine Gedanken wurden schon wieder von seinem Begehren kanalisiert.

»Hä, Feldzüge, Klemmewurz? Du findest Dich wohl wahnsinnig schlau, was?«

Er lehnte sich zurück, hob den Blick zur Decke und versuchte einen verträumten Gesichtsausdruck aufzusetzen. »So schlau und weise wie ein Pfaffenhütchen«, antwortete er und nahm einen tiefen Schluck aus dem Whiskyglas. Andächtig begann er den Scotch zwischen seinen Zahnlücken zu spülen.

Sie stöhne auf: »Oh Scheiße, jetzt quatscht er auch noch von Vögeln.« Sie sagte es mehr zu sich selbst, denn ihr Augenmerk galt mehr dem Glas, in dem sie sich noch etwas Wein nachschenkte.

Er verschluckte sich leicht, als er den hochprozentigen Alkohol für die Antwort aus den Mund räumen musste. »Nein, von einer Pflanze, ein Schelm der dabei an ein Kleidungsstück denkt…«

»Oder an zweiundvierzig - ist klar!«

Grafik: Gedankenmodelle oder Lösungsmittel, ich bin mir da noch nicht im Reinen