Wer braucht schon Lob?

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Apfel im Gras

»Nicht gemeckert ist genug gelobt.«, begrüßte mich meine Kollegin.

Wer braucht schon Lob und Anerkennung?

Ich denke, der überwiegend intrinsisch motivierte Mensch, also der, der sich mit seiner Arbeit, der Aufgabe, dem Ziel identifizieren kann, wird grundsätzlich auch ohne Verstärkung eine ganze Weile weitertuckern.

Der extrinsisch motivierte Mensch dagegen wird ohne Lob möglicherweise “Hunger leiden”. Auf Dauer führt das zu Demotivation.

Lob ist immer gut, könnte man nun folgern. Jaein. Es kommt auf das Wie und Warum an. Die meisten Menschen werden ein echtes Lob von Worthülsen unterscheiden können. Sie spüren ganz sicher auch, wenn eine strategische Absicht hinter dem Lob stecken sollte, wenn eine Erwartung damit verknüpft wird.

Ein als Floskel erkanntes Lob, oder eine Anerkennung die eigentlich nur “gefügiger” machen soll, erzeugen keine positive Verstärkung. Beides ist ärgerlich und verursacht möglicherweise ebenfalls Demotivation.

Nebenbei bemerkt, wenn das Lob oder die Anerkennung als Phrase enttarnt wird, ist die Wirkung so, als würde ich jemanden ungebeten wissen lassen: »So, jetzt werde ich Dich mal motivieren!« Was wird sich der wohl denken?

Epiktet würde vermutlich sagen: »Über meinen Antrieb zum Handeln, über meine Motivation entscheide ich! Ich entscheide übrigens auch, von wem ich mich motivieren lasse.« Meines Erachtens werden die meisten, zumindest die intrinsisch motivierten Menschen, so denken.

Lob und Anerkennung kann jeder gebrauchen - wenn es von Herzen kommt.