Vom Antrieb

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Der Motivator

Bin ich motiviert? Was motiviert mich? Kann mich jemand motivieren; wie könnte das gehen?

Was sind meine Motive? Was sind vorgeschobene, was sind die tatsächlichen Motive? Welchen Wert, welchen Sinn haben sie? Wie steht´s mit ihrer Haltbarkeitsdauer?

Vor einigen Jahren hätte ich die Fragen anders als heute beantwortet. Aber die Gravitationskraft der Gedanken eines herzensguten Freundes haben mein Denken auf eine andere Umlaufbahn geschickt. So ist das manchmal mit den Gestirnen und mit den Begegnungen.

Zurück zum Thema - jener Freund hat mir damals auch “den Epiktet“ geschenkt. Und Epiktet hat sich zum Thema so geäußert:

Über das eine gebieten wir, über das andere nicht. Wir gebieten über unser Begreifen, unsern Antrieb zum Handeln, unser Begehren und Meiden, und, mit einem Wort, über alles, was von uns ausgeht;

nicht gebieten wir über unseren Körper, unsern Besitz, unser Ansehen, unsere Machtstellung, und, mit einem Wort, über alles, was nicht von uns ausgeht.

Worüber wir gebieten, ist von Natur aus frei, kann nicht gehindert oder gehemmt werden;

worüber wir aber nicht gebieten, ist kraftlos, abhängig, kann gehindert werden und steht unter fremden Einfluss.

Denk also daran: Wenn du das von Natur aus Abhängige für frei hältst und das Fremde für dein eigen, so wird man deine Pläne durchkreuzen und du wirst klagen, die Fassung verlieren und mit Gott und der Welt hadern;

hältst du aber nur das für dein Eigentum, was wirklich dir gehört, das Fremde hingegen was es tatsächlich ist, für fremd, dann wird niemand je dich nötigen, niemand dich hindern, du wirst niemanden schelten, niemandem die Schuld geben, nie etwas wider Willen tun, du wirst keinen Feind haben, niemand wird dir schaden, denn du kannst überhaupt keinen Schaden erleiden.

Quelle:

Epiktet, Handbüchlein der Moral

Reclam-Verlag

Siehe auch: “Epiktet - Das Handbuch der Moral” im Internetangebot der Universität-Rostock.