Vogelgesang und andere Flötentöne

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Ahorn

Ach, ich liebe es, wenn mich morgens unsere gefiederten Freunde mit lautem Pfeifen, Flöten und Zwitschern begrüßen.

Die brutale Wahrheit aber ist, diese Musik ist nicht mir gewidmet. Die Vögeleins sind auf Partnersuche. Und dafür strengt Mann sich schon mal an.

Noch vor dem ersten Tageslicht schnell die schönste Tracht aus dem Schrank geholt, den Kopf in den Nacken, die Brust von Stolz geschwollen und los geht es. Denn die Konkurrenz ist groß und das Revier muss verteidigt werden. Es ist nun mal so, die richtige Vermarktung ist das A und O.

Doch wie im wirklichen Leben: Nicht jeder kann singen wie Plácido Domingo. Auch die Vogelmänner haben unterschiedliche Gesangs-Stile, mit denen sie überzeugen wollen:

  • Der eine möchte mit Kreativität in Melodie und Text betören,
  • der nächste glaubt es mit aufdringlicher Lautstärke zu schaffen,
  • ein anderer meint zu gewinnen, in er mit seinem Gesang fast alles nachahmt, was ihm zu Ohren kommt
  • und es gibt noch den, der mit Sparsamkeit glänzen will.

Während ich den Kaffee koche denke ich: Tja, ich war da wohl auch nicht anders. Was habe ich mir für Pfauenfedern angetackert, was habe ich für dummes Zeug geträllert - nur um eine holde Maid für mich zu gewinnen.

Den Kaffee schlürfend lese ich im lokalen Teil einer Zeitung, wie sich eine Partei mal wieder mit schrägen Tönen hervortut. Offensichtlich bereitet sich die Partei schon auf die Kommunalwahl 2009 vor. Wieso erinnert mich das auch an das Vogelgezwitscher?