Tote Bäume

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Skizzierter Baum mit nur einem
Blatt

»Haben Sie eigentlich schon unseren neuen Katalog?« »Nee, möchte ich auch nicht, sagen Sie mir einfach Ihre Internet-Adresse.«

Ich finde es erstaunlich, dass einige Firmen bis zu viermal im Jahr einen neuen Produkt-Katalog auflegen; grundsätzlich bis zu fünf Kilogramm schwer und aufgeschlagen eineinhalb Quadratmeter groß. Und weil die ja so schnell verloren gehen können, schicken sie zeitversetzt gleich mehrere Exemplare solcher unhandlichen Wälzer. Irgendeiner wird doch auch mal da reinschauen…

Werbung ist eben ganz was wichtiges. Viele Behörden, Einrichtungen, Vereine und so weiter sehen das auch so. Was liegt da näher, teuer gestaltete Bücher und Hefte auf kartonstarken Hochglanzpapier aufzulegen, und den Rest der Welt mit den Papier-Tsunamis zu erschlagen. Und sollte da irgendwer noch nicht genug haben, schicken wir noch eine Flyer-Flut hinterher.

  • Wie viel davon erfüllt seinen Zweck - wird durchgelesen, dient als Nachschlagewerk, als Informationsmaterial? Wie viel Platz und Ordnung braucht es dazu?
  • Wie viel davon wird nur mal eben durchgeblättert, quergelesen, vielleicht mit einem “schön” quittiert und landet dann in der Papiertonne? Wie viel davon “dekoriert” die Landschaft?
  • Wie viel von dem was da gedruckt wird füllt die Regale beim Herausgeber, weil es in der Menge nicht benötigt wurde? Wird das vorher nicht geprüft oder erfragt?
  • Wie aktuell sind die Druckwerke? Wie schnell können sie korrigiert, ergänzt werden? Wie schnell erhält die Leserschaft davon Kenntnis?
  • Was kosten die Druckwerke?

Und - sei ehrlich, wie viel Prozent vom toten Baum erfüllt dabei seinen Zweck? Ist das in der heutigen Zeit noch zu rechtfertigen?

Wenn Ihr mich fragt, ich liebe lebende Bäume. Macht gute Internet-Angebote!