Schmutziges Geschäft

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Schade

Lügde (soheit). Es gibt ja Leute die behaupten: »Politik ist ein schmutziges Geschäft«. Das klingt dann meistens so, als sei das eine fest fundamentierte Tatsache. Ist das so?

Um das herauszufinden begebe ich mich mental in das beschauliche Landleben meiner schönen Heimatstadt und widme mich dem Lokalteil einer hiesigen Tageszeitung, den Pyrmonter Nachrichten. Und siehe da, gleich in der heutigen Ausgabe werde ich fündig:

In Lügde droht ein politisches Gewitter: Bürgermeister Hubert Scholand (parteilos) hat seine Mitarbeiter im Rathaus angewiesen, Anfragen von Ratsmitgliedern nur noch nach Rücksprache mit ihm zu beantworten. Die Lügder SPD hat dieses Vorgehen als „Maulkorberlass” kritisiert.

Also mal unter uns, wenn der Redakteur mich gefragt hätte, hätte ich ihm zu denken gegeben: »Ist es nicht normal wenn ein Chef sagt, für die Auskünfte an Politik und Presse bin ich zuständig?« Dann von einem Maulkorberlass zu reden, ist meines Erachtens reine Polemik.

Nun ja, der Redakteur hat mich nicht gefragt. Stattdessen hat er sich vermutlich diebisch über die Steilvorlage des, des - ähm ja, wer hat ihm die eigentlich zugespielt? Das steht da nicht. Das würde mich aber interessieren.

…also er hat sich wahrscheinlich gefreut, sich die Hände gerieben, ein breites Grinsen aufgelegt und dann aus dem „Kinderkram“ einen umfangreichen Artikel geschraubselt.

Übrigens, nicht nur ich bin einfach „übergangen“ worden. Ich finde in dem Artikel auch nicht, was die anderen Parteien des Lügder Rates dazu gesagt haben. Möglicherweise möchte der Sensations-Reporter mit dem Thema einen Mehrteiler machen. Jeden Tag eine andere Stellungnahme mit markigen Vorwürfen.

Jeder Leser kann selbst entscheiden, ob er so etwas gerne liest und ob er so etwas als wertvolle Politik bezeichnet.

In der Tat, Politik ist manchmal ein schmutziges Geschäft. In solchen Fällen beschmutzt es leider auch das Ansehen einer Stadt.