Guerilla-Marketing

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Vierte Gewalt

Eben habe ich im Lokalteil der [Pyrmonter-Nachrichten]() eine ganzseitige Reportage über deren jüngste Marketing-Aktion gelesen. Die zweite Überschrift der Reportage lautet: “Ja, was ist denn hier los? - „Guerillas“ im Supermarkt / Marketing-Aktion der Pyrmonter-Nachrichten sorgt für Aufsehen”.

Was hat die Zeitung gemacht? Sie hat an verschiedenen Stellen im Markt, beispielsweise vor der Kühltheke oder den Gemüse-Auslagen, Mitarbeiter positioniert, die dort auf einem Stuhl sitzend die Zeitung lesen. Die Strategie war: Die Kunden des Marktes zu irritieren, sie in ein Gespräch zu verwickeln und sie dabei auf verschiedene Zeitungs-Artikel aufmerksam zu machen (und ihnen anschließend ein 45-Jahre-Abonnement zu verkaufen).

Naja, putzige Idee. Solange die Strategen mich dabei nicht antexten, hätte ich damit kein Problem.

Unten im Artikel wird der Begriff “Guerilla-Marketing” erklärt:

…„Guerillakämpfer tauchen aus dem Nichts auf, handeln rasch und beweglich, in kleinen Gruppen und oft enorm erfolgreich”… Diese Taktik haben findige Leute auf die Werbung übertragen… Der Begriff entstammt eigentlich dem Militärjargon… dass im Idealfall der Firmenname oder ein Slogan zum Stadtgespräch wird… dass man im Gedächtnis der Kunden bleibt, so die Hoffnung…

Ich glaube jetzt, die Zeitung ist sehr verzweifelt. Meine Vorschläge:

Für mich ist die Zeitung hauptsächlich wegen des Lokal-Teils interessant. In jüngster Vergangenheit habe ich oft den Eindruck gehabt, dass die politischen Themen sehr einseitig dargestellt wurden.

Wenn sich aus meinem Blog ein Persönlichkeits-Profil von mir als Blogger erstellen lässt, ist das normal und ein Stück weit ein Beleg für die Authentizität. Wenn ich nach wenigen Artikeln ein Profil von einem Redakteur erstellen kann, spricht das nicht für ihn.

Ein Redakteur, als Vertreter der Vierten Gewalt, sollte meines Erachtens weit mehr als ein Blogger darum bemüht sein, alle Seiten zu beleuchten. Selbstschreibend sollten seine Artikel das auch erkennen lassen.

Gegen einen Kommentar des Redakteurs, in Ergänzung (aber außerhalb) seines Artikels, habe ich nichts einzuwenden.

Apropos Kommentar: Schade, dass ich die Artikel bei pyrmonter-nachrichten.de noch immer nicht direkt verlinken kann. Schade auch, dass ich dort nicht direkt kommentieren kann.

Kurzfassung: Statt Guerilla-Marketing, saubere Artikel und ein zeitgemäßes Internetangebot.