Distanzen

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Eine Schere, ein Lineal, ein zerknüddelter Zettel mit dem Wort
Zweiundvierzig

Sie haben die Zweiundvierzig zu oft erwähnt. Deshalb war er hier. Er hatte keine 168,84 Meter entfernt Quartier bezogen. In dem nagelneuen, völlig heruntergekommenen Hotel saß er in dem angemieteten Raum und las drei der dort drapierten Zeitschriften ein.

Er sah aus, wie ein Schwerverbrecher eben aussieht; wie ein schwerer Verbrecher. Obwohl er dafür eine ziemlich lange Reise in Kauf nehmen musste, war es ihm wichtig, ihnen relativ nahe zu sein.

Ein Prozessor erzeugte eine Verknüpfung und ein Film lief in ihm ab. Er sah einen älteren Menschen. ›Außerdem, was sind schon Reisen, möglichst noch in ferne Länder, wenn sie nachher nur als Fotoalben im Regal stehen? Wahre Distanzen überbrücken wir nur im Kopf‹, dozierte der Grauhaarige. ›Hinweis:‹, kommentierte ein anderer Rechner, ›Sie handeln nicht adäquat. Die meisten wissen nicht mal, dass sie eins mit allem sind.‹ Ein überheblich wirkendes Grinsen wurde auf sein Gesicht produziert.

Während er die übrigen Hefte einlas und analysierte, hörte er den beiden weiter zu. Er spielt damit, stellte er fest. Damit will er sich dem Phänomen nähern. Sein logisches Denken reicht nicht aus, heranzukommen.

Das Zimmertelefon klingelte. Er nahm das Gespräch entgegen. »Ja«, brummte es aus ihm. Die Stimme am anderen Ende klang unsicher: »Ist dort der Herr aus Zimmer 42?«

Bild: Schnittmenge Einundzwanzig