Der Ton und die Musik

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Ein Hühnerei, auf dem ein Gesicht gemalt
ist

Zugegeben, es war schon ein bisschen prickelnd, als mir die Dame am anderen Ende der Strippe erzählte, dass sie von der 1LIVE-Pressestelle sei. Immerhin ist 1LIVE eines meiner Lieblings-Radiosender.

Die Guteste teilte mir ohne Umschweife mit, dass sowohl 1LIVE als auch die Band den von mir geänderten Artikel zum Tote-Hosen-Konzert in Niese nicht toll finden. Wie das aussehen würde, ein durchgestrichener Text, sowas habe sie noch nie gesehen, warum der Text nicht gelöscht würde?

Etwas irritiert erklärte ich meiner Gesprächspartnerin, dass es bei Blogs durchaus üblich ist, Textpassagen “durchzustreichen” und nicht zu löschen, wenn sie denn nicht mehr aktuell sind (Stichwort: Authentizität).

Daraufhin entgegnete mir die 1LIVE-Expertin, dass bei 1LIVE dann die Textpassagen gelöscht würden. Niemand habe sich bislang darüber beschwert.

Ich gab ihr zu bedenken: Was ist, wenn jemand die Seite mehrmals besucht und sich dann fragt: “Wo ist der Text hin? Ich bin mir ganz sicher, dass gestern etwas anderes dort stand.” Klar, ein durchgestrichener Text ist kein optischer Leckerbissen, aber der gesamte Text ist schneller und einfacher zu verstehen. Ohne weitere Gedankenschleifen kann der Leser dann erkennen, ob eine Aussage im Text noch aktuell ist.

Auf das Argument ist meine Gesprächspartnerin erst gar nicht eingegangen. Stattdessen bat sie mich, allerdings so betont, dass es wie eine Forderung klang, zwei Presseerklärungen von 1LIVE auf den Seiten zu veröffentlichen.

Alles keine Töne für gute Musik.

Und, zu lesen gibt es in den Pressemitteilungen nichts Neues. Die Toten Hosen geben ein exklusives Konzert für Freunde und Verwandte der Tippgemeinschaft. Für alle anderen gibt es keine Karten.