Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

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B

Vor ein paar Tagen sagte mir ein Freund zum Thema Bloggen: “Das ist ganz lustig, aber wer braucht das?” Eine interessante Frage: Was braucht der Mensch? Vielleicht findet sich ja eine Antwort im nächsten Internetauktionshaus um die Ecke.

Ich blogge, also bin ich - lautet der Titel eines Gesprächs, das “Die Zeit” mit dem Medienwissenschaftler Geert Lovink geführt hat. Das Interview sowie die Kommentare haben es in sich. So sagt Geert Lovink in dem Interview:

Nachdem man gesurft ist und geshoppt hat, stellt sich die Frage: Was ist eigentlich mit mir? Lebe ich oder werde ich bloß gelebt? Da ist was dran. Im “klassischen Internet” konnte ich mich meistens nur informieren. Anders ist das beim Bloggen schon. Es ist ja auch ein wichtiger Baustein des sogenannten “Mitmach-Webs”; denn:

Man braucht keine technischen Fähigkeiten mehr, jeder, der in der Lage ist, ein bisschen herumzuklicken, kann mitmachen.

Das stimmt, ein Weblog einzurichten, ist keine Wissenschaft. Was daraus folgt, beschreibt Geert Lovink auch:

Es ist richtig, dass das Internet die Frage nach Autorität und Macht auf neue Weise stellt. Die alten Instanzen der Wissens- und Geschmacksvermittlung sind, sagen wir es vorsichtig: bedroht.

Ich lasse mir die Aussagen von Geert Lovink gerade mal auf der Zunge zergehen. Jeder kann bloggen - Wähler wie Politiker. Politiker schreiben, Wähler kommentieren - oder umgekehrt. In der “ganz großen Politik” geschieht das ja schon. Hier bei uns “auf dem Land” scheint das Mitmach-Web noch nicht so bekannt zu sein.

Wäre es möglich, dass das Mitmach-Web hilft, die Wahl-Müdigkeit zu vertreiben? Werden Fragen wie:

  • Wer hat Mut zu unbequemen Tatsachen zu stehen?
  • Wer ist glaubwürdig?

dann vielleicht in einem anderen Licht beantwortet?

Im nächsten Jahr sind in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen. Ich bin mal gespannt, wie das Mitmach-Web dann genutzt wird.