Der Eroberer

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Eine gemalte Landschaft, darin ein Fahnenmast mit einer Fahne und der
Aufschrift:
Meins

Schon meine Mutter sagte mir: »Kind, achte auf Deine Fingernägel! Saubere und gepflegte Fingernägel sind extrem wichtig. Frauen achten darauf.« Ein braver Junge hält sich an die Ratschläge seiner Frau Ma-Ma. Hierüber brauchen wir daher nicht weiter zu reden.

»Also ich finde ja Männer in Anzug oder Kombination sehr attraktiv«, ließ mich jüngst meine Kollegin unvermittelt wissen. Keine Ahnung, was sie zu dieser Aussage veranlasst hat. Um quälenden Diskussionen aus dem Weg zu gehen, habe ich sie nicht danach gefragt. (Mal ehrlich: wer braucht schon einen Anzug oder eine Kombination? Ich habe so´n Zeugs nicht.)

Kürzlich sah ich im Fernsehen zufällig, wie eine bezaubernde Dame darüber berichtete was sie und ihren Gatten zusammengeführt hat: »Er trug fantastische Schuhe. Männer, die stillose Schuhe tragen, sind für mich inakzeptabel«, fügte sie charmant schmunzelnd hinzu. Wie die Frau aussah, trägt ihr Mann Schuhe mit denen man auch Mittelklassewagen finanzieren könnte. (Die Frau ist blöd.)

Apropos Auto. Ich sage jetzt nichts Neues: Ein Mann wird über sein Auto definiert. Das sieht Mann so, das sieht die Frau so. Das ist einfach Fakt. Daran hält Mann sich - und Frau liebt ihn dafür. Letzteres aber nur, wenn das Fahrzeug einige entscheidende Kriterien erfüllt. Minimum:

  • 125,7 Pferdestärke,
  • 52,3 Zentimeter Reifenbreite,
  • futuristische, hochglänzende Felgen,
  • und so weiter.

(Ihr merkt, ich bin nicht auf dem neuesten Stand. Wie auch? Mein Auto ist 1990 gebaut worden, hat 200.000 Kilometer gelaufen und ich bin der fünfte Besitzer…)

Männer, deren Kopf oder gar ihr Körper schon etliche Quadrat-Kilometer Druckfläche in den Zeitschriften „zierten“ - solche Männer müssen a) wichtig sein und sie sind b) fein raus.

Fein raus sind auch Männer wie Dagobert Duck, die vor dem Frühstück in ihrem Zaster schwimmen gehen können.

Deprimierend. Meine Fingernägel sind sauber. Aber „Eroberer“? Das fühlt sich doch bestimmt anders an.

Vergangene Woche hat mein Neffe seinen 13. Geburtstag gefeiert. Schon morgens zur Schule haben ihm „seine“ Freundinnen einen Kuchen mitgebracht.

Es muss also noch andere Werte geben.