Annehmen

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Schleierkraut vor einer gelben
Muschelzypresse

Ich öffnete ein Auge. Nein! Der Sonntag war da und mit ihm die Kopfschmerzen. Ich schloss das Auge und war mir, wie meistens, keiner Schuld bewusst. Es half nichts. Ätzend, warum habe ich bloß so oft Kopfschmerzen!?

Obergenervt stand ich auf. Beim Frühstücken wurde mir klar, meinen “Zettel” für heute kann ich vergessen. Diese Erkenntnis brachte meine Laune auf den Tiefststand, wohingegen die Kopfschmerzen geradezu “aufblühten”.

Wütend und fluchend spülte ich eine Tablette runter. Ich hasse es, Medikamente zu nehmen. Ich hasse es, nicht selbst etwas gegen die Schmerzen, gegen die Ursachen tun zu können. Ich schmiss mich zurück auf´s Bett. Die Tablette brachte keine Linderung. Stattdessen wurden die Schmerzen stärker. Verdammt…

Auf dem Grabbeltisch der Gedanken entdeckte ich den Rat meiner Yoga-Lehrerin: »Wenn Euch die Übung nicht sofort gelingt, oder wenn Euch eine Übung mal nicht gelingt, dann hadert nicht mit Euch. Nehmt das, nehmt Euch dann einfach an.« Ich nehme dann an, dass ich zu blöd bin, quittierte ich gedanklich bislang den Rat.

Heute aber ließ ich es auf einen Versuch ankommen. Ich lag im Bett und dachte: Also gut. Willkommen Kopfschmerzen! Dann macht mal hinne. Schön Euch zu spüren. Schön zu wissen, wie sich das Gegenteil von gesund anfühlt. Gut, daran erinnert zu werden, meistens doch gesund zu sein. Gut, dadurch wieder dankbarer zu sein.