Abtrocknen kann helfen

  • Von
  • ·
  • Geschätzte Lesezeit 2 Minuten

Rhododendron

Kürzlich hat mich eine Freundin zum Essen eingeladen. Es gab thailändisches zu Schlemmen. Sehr lecker, das Essen. Die Guteste kann halt toll kochen. Nach so einem schönen Essen ist ein guter Film ein nettes Dessert.

Bei dieser Freundin ist der Nachtisch aber nicht ganz ungefährlich. Sie leidet unter schwerer Bollymie. Woran lässt sich das erkennen?

Wann immer sie kann, nötigt sie ihre Mitmenschen mit der Musik aus diesen Bollywood-Filmen. In ihrem Büro quäkt sie aus ihrem Rechner und in ihrem Auto aus irgendwelchen Ecken der Innenverkleidung.

Dramatisch aber wird es, wenn man bei ihr zu Besuch ist. Dann bleibt es nicht bei der Musik. Ich kenne niemanden, dem sie bei dieser Gelegenheit nicht auch schon einen Bollywood-Film aufs “Auge” gedrückt hat.

Stratege wie ich manchmal sein kann, habe ich nach dem Essen erstmal Sternchen gesammelt. Ich habe abgetrocknet. Das kann helfen, sich abzeichnende, heftige Diskussionen im Keim zu ersticken. Abtrocknen ist vorbeugend. Wer es versteht, macht das Abtrocknen zum Argument.

Mit diesem gewichtigen Argument ist es mir dann auch gelungen, dass sie den DVD-Spieler nicht mit einem Bollywood-Film strapaziert hat. Der Film den den wir uns stattdessen angesehen haben heißt: “L.A. Crash

Damit war die Hürde aber noch nicht umschifft. Die Wirkung des Argumentes “Abtrocknen” hält meistens nicht lange an. Schade.

Ich bin nicht umhingekommen, mir später doch noch die ein oder andere “auserlesene” Szene aus ihrer Bollywood-Sammlung anzusehen. Zugegeben, sooo schlecht waren die nicht.

In Ordnung, ich weiß jetzt, warum ihr Kater nur hereingestiefelt kommt, wenn Nachtruhe angesagt ist. Aber:

Was hat dieser Shahrukh Khan was ich nicht habe? Kann er besser abtrocknen?